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Leipzig, 09.02.2008 »


Bevor wir nach Leipzig aufbrechen, macht John im Hotel eine wunderbare Entdeckung: Das Treppenhaus. Es sieht aus wie ein gewöhnliches Treppenhaus, verfügt aber über eine atemberaubende Akustik. Wenn man die Augen schließt und einen Ton singt, könnte man meinen in einer Kathedrale zu stehen. John wünscht sich ein gemeinsames Lied in besagtem Treppenhaus anzustimmen, also geben wir schon in aller Früh „Strange“ und „The End of the World“ zum Besten und lassen uns völlig von dem einzigartigen Klang wegbeamen.
Von diesem Erlebnis beflügelt brechen wir schließlich auf. Überraschend schönes Wetter begeleitet unseren Weg und wir genießen die warmen Sonnenstrahlen bei einer kleinen Rast.
In Leipzig gibt`s viel zu erkunden: Zu allererst einen Supermarkt, der vor allem Holger zu Begeisterungsstürmen hinreißt, danach unsere kleine, aber irgendwie doch sehr skurrile Pension und zu guter Letzt kommen wir im Kulturbundhaus an.
Die Bühne sieht zwar sehr nett aus, ist aber etwas klein für all unsere Sachen, also weiche ich mit meinen Utensilien nach vorne aus und so finden wir doch noch alle Platz in der urigen Location.
Der Soundcheck steht unter einem sehr ausgelassenen Stern und eskaliert schließlich in einem Instrumenten-Tausch. Warum auch nicht. Holger macht den Anfang an den Percussions, die später Martin übernimmt. John schnappt sich Johannes Kontrabass, auf den er generell ein Auge geworfen hat und gerne die Gelegenheit nutzt ein paar Töne darauf zu spielen und schließlich greife ich zum Cello. Johannes übernimmt lieber die Rolle des stillen Beobachters, während Martin Holger zu apokalyptischen Cello-Einlagen motiviert.
Bis zum Konzert können wir uns aber wieder beruhigen, obwohl auch dieses einige Überraschungen zu bieten hat, denn jetzt legt Johannes so richtig los und perfektioniert sein Solo bei „Black Widow“ um einen markerschütternden Schrei, der mich gleichzeitig begeistert und überrascht... Wir sind ja mittlerweile einiges gewohnt und erwarten das
Solo immer mit Spannung, aber der Schrei ist eindeutig neu. Ich erschrecke so, dass ich mich lieber erst gar nicht umdrehe und weitermache. Nach dem Song ist der Kontrabass völlig verstimmt und verzogen, aber gut, wo gehobelt wird...
Bis die Herren wieder in Stimmung sind unterhalte ich mich mit dem Schaf unter unseren Fans, mit Shawn... Leider ist er etwas schüchtern, als ich ihn auf die Bühne hole und spontan ein Duett mit ihm intoniere. Dennoch ist er ganz Profi und ich finde wir haben das gut gemacht. Fulminant beschließen wir also das letzte Konzert.
Und so geht ein abenteuerliches, ja animalisches Wochenende mit ekstatischen Tänzen, wilden Instrumental-Orgien des Kalibers Katzenjammer und einem Brunftschrei der selbst die schwarze Witwe persönlich aus ihrem Netz katapultieren würde zu Ende und macht Lust auf mehr...

Sonja

   
             
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