Die Kranken
sind gesundet! So steht dem gemeinsamen Konzertwochenende
nichts mehr im Wege. Wir verstauen (fast!) alles (wie
wir später feststellen) in unser bereits vertrautes
PERSEPHONE Tourmobil und treten die Fahrt nach Wuppertal
in sehr kleiner Runde an. Johannes, voller Tatendrang,
vertraut auf die Schnelligkeit der Deutschen Bahn und
versucht so, kostbare Zeit zu sparen. Ebenfalls mit
der Bahn reist der Lord von Leipzig an.
Holger schläft kurz nach Fahrtantritt ein, und
ich gehe im Geiste noch mal alle Songs durch –
ein kleines Ritual, das ich mir wohl nie abgewöhne,
egal wie viele Konzerte wir haben und wie oft wir die
Songs schon gespielt haben.
Wir kommen so gut voran, dass wir beschließen
den nachmittäglichen Kaffee lieber im Rex-Theater,
als auf einer Raststätte zu trinken und fahren
ohne Pause auf direktem Weg gen Wuppertal. Wir umrunden
bereits zum zweiten Mal das Rex-Theater, bis uns schließlich
Fans, die bereits mit CDs und Fotos vor dem Eingang
auf uns warten, den Weg weisen.
Die Freude über die Fans, vor dem Bühneneingang
wird allerdings durch die Tatsache getrübt, dass
sie gar nicht vorhaben das Konzert am Abend zu besuchen.
Während ich den Autogrammsammlern verständlich
mache, dass wir das gar nicht gut finden, hilft uns
das zuvorkommende Rex-Theater Team beim Ausladen unseres
Equipments.
Wir sind begeistert von der sehr gemütlichen und
intimen Atmosphäre des Theatersaals. Die Bühne
scheint wie für uns gemacht zu sein. Als ich die
Kerzen auspacke, bemerke ich, dass wir den dazugehörigen
Kerzenständer zu Hause vergessen haben, was mich
sehr ärgert. „Wir können ja morgen den
kleinen Umweg machen und ihn holen, damit er wenigstens
in Stuttgart dabei ist.“ Schnell versuchen mich
die Herrn mit geballter Manneskraft von dieser Idee
abzuhalten und John spricht schließlich die weisen
und Trost spendenden Worte, die auch mich überzeugen:
„Heute hätten wir den Ständer sowieso
nicht verwenden können, da er den Bühnenaufgang
verstellen würde.“
Nun gut, das klingt logisch, aber über Stuttgart
sprechen wir noch! Nicht ohne meinen Kerzenständer!
Die Bühne sieht selbstverständlich auch ohne
sehr schön aus, was vor allem am tollen Licht liegt,
das die sehr nette Lichtdame des Theaters für uns
auf die Bühne zaubert.
Das Konzert macht sehr viel Spaß. Es ist schön
zu bemerken, dass wir mittlerweile sehr gut aufeinander
eingespielt sind und sich, zu meiner persönlichen
Freude, der Wahnsinn bei gewissen Liedern noch besser
entfalten kann! Unter lautem Beifall stimmen wir die
Zugabe an - der endgültige Beweis für mich,
dass die vielen Tees mit Honig ihre Wirkung zeigen und
meine Stimme wieder zurück ist. In diesem Sinne
gehen wir nach dem Konzert gleich zum Bier über,
lernen Johannes Schwester und Holgers Arbeitskollegen
kennen, treffen auf Manager Stephan und auch Hagen –
ja, bei uns sind Kühe noch heilig! – bekommt
Besuch einer Dame und soll an diesem Abend nicht leer
ausgehen: Schließlich überreicht sie ihm
ein Geschenk, das sein Leben verändert, aber darüber
wird er Euch sicher selbst berichten...
Sonja