Am nächsten
Morgen fühle ich mich nach einer heißen Dusche
etwas besser.
Die Fahrt nach Wien verläuft wie erwartet sehr
entspannt. Es ist nun nicht mehr so weit, außerdem
haben wir noch viel Zeit bis zum Soundcheck im Schloss
Neugebäude.
Es gibt sogar wieder Pausen auf der Fahrt. Holger deckt
sich mit tschechischen Köstlichkeiten ein und Johannes
gibt mir auch eine seiner bunten Tabletten, die sehr
zu seinem Leidwesen, bei mir besser wirkt.
In Wien angekommen, bringen wir Johannes zuerst ins
Hotelzimmer, damit er sich vor dem Konzert noch ein
bisschen ausruhen kann. Obwohl mir das auch nicht geschadet
hätte, begleite ich den Rest der Truppe in unser
Wiener Lieblingslokal, das Concordia. Während es
mit mir nach und nach Berg ab geht, blüht Holger
vor dem Riesen-Schnitzel auf seinem Teller erst richtig
auf.
Im Schloss werden wir bereits von Veranstalter Michael
erwartet.
Nachdem wir alles aufgebaut haben, stößt
auch Johannes eingemummt in einen dicken Wollschal,
der mich vor Neid erblassen lässt, wieder zu uns...
Der Soundcheck beweist mir leider, dass es mir gar nicht
gut geht und ich mit meiner Stimme heute sehr haushalten
muss.
Wir sind nur durch einen Paravent vom Publikum getrennt
und hören wie sich der Saal langsam füllt.
Viele Bekannte, Verwandte und Freunde besuchen das Konzert,
was mich sehr freut und schließlich noch nervöser
macht!
„Strange“ - Die Stimme hält! –
Anfangs fällt es mir ein wenig schwer mich zu konzentrieren,
da die Fotografen nicht gerade grazil unterwegs sind
und so öfter Störgeräusche unsere leisen
Passagen durchbrechen... auch ist das Singen heute sehr
anstrengend für mich, dafür wirken die schmerzverzerrten,
verzweifelten Gesten bestimmt umso schockierender....was
mich dann auch wieder freut!
Bevor es zum zweiten Mal an diesem Tag ins Concordia
geht, wo uns bereits eine größere Gesellschaft
erwartet, trennen Holger nur noch ein paar Interviewfragen
von Riesen-Schnitzel NR.2. Eine Freude wie gut die Österreichische
Küche bei der Gruppe ankommt. Nichts anderes habe
ich erwartet. Ich würde mich gerne noch mehr über
den sehr gelungenen und gemütlichen Ausklang dieses
Tages erfreuen, aber irgendwie hat mich das Konzert
wohl doch mehr mitgenommen als ich dachte und so genieße
ich den Abend schweigend mit einer Tasse Tee.
Nach einer sehr kurzen Nacht, machen wir uns aller Sturmwarnungen
zum Trotz auf den Heimweg. Unliebsam wird unser Auto
auf der Autobahn hin und her geschaukelt, während
ich krampfhaft versuche, die Beifahrertür festzuhalten.
Viele Stunden später kommen wir zum Glück
dennoch wohlbehalten und mit allen Türen zu Hause
an. Für Johannes und mich steht erstmal Auskurierten
auf dem Programm, schließlich müssen wir
nächste Woche wieder fit sein!
Sonja