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Prag, 25.01.2008 »


Wie viele von Euch sicherlich bereits aus den vorhergehenden Berichten wissen, lieben wir die Herausforderung auf unseren Konzertreisen!
Einer solchen Herausforderung stellen wir uns auch an diesem Freitagmittag, auf der Fahrt nach Prag. Laut Erfahrungsberichten und MAP24 dürften wir genau zu Konzertbeginn in der Kirche eintreffen. Kein Problem also. Theoretisch.
Tim Warweg stellt sich heute ebenfalls einer Herausforderung. Tapfer gesellt er sich zur PERSEPHONE-Reisetruppe und wird John an diesem Wochenende an den Percusssions vertreten.
Die erste Hürde ist genommen, wir haben Glück und sausen ohne Stau an Würzburg vorbei.
Mittagessen, Jause, Tee und Kaffee – wir haben alles dabei, da der straffe Zeitplan, keine Pausen vorsieht.
Unser Merch.Lord, ist schon in Prag angekommen, aber auch er kann nur hoffen und warten. Schließlich meldet sich auch Veranstalter Mirek und erkundigt sich nach unserem Verbleib.
Mirek hat, das bereits vor der Kirche wartende Publikum, in ein nahe gelegenes Kaffeehaus geschickt. Schöne Idee die uns, einen kleinen Zeitpolster verschafft. Faszinierend finde ich die Tatsache, dass sich niemand beschwert hat, wenn ich mir das Szenario wo anders vorstelle, hätte das auch anders für uns und den Veranstalter ausgehen können. Mit ein Grund, warum wir so gerne in Prag spielen. Das Publikum ist sehr toll, euphorisch und begeistert, was die Konzerte auch für uns zu etwas Besonderem macht.
Mit quietschenden Reifen legen wir uns in die letzte Kurve und kommen schließlich (fast) pünktlich in der Kirche an. Entgegen gestürmt kommt uns bereits der kleine Lord, der sofort seine Kisten schnappt und in der Kirche positioniert. Auch Mirek packt sofort mit an und im Nu steht alles am rechten Platz. Ein kurzer Soundcheck und schon ziehen wir uns in den Backstage-Raum zurück. Da nur der sehr kleine Raum beheizt ist, ist auch in diesem Fall Geschicklichkeit gefragt: Die richtige Reihenfolge beim Umziehen könnte entscheidend sein! Nachdem auch mein Reifrock sitzt und die männlichen Bandmitglieder dadurch völlig in die Enge getrieben sind, machen wir den befreienden Schritt auf die Bühne.

Wir erfreuen uns am zahlreich erschienenen Publikum, an der tollen Akustik der Kirche und mein persönliches Highlight ist die Fußbodenheizung. Nun gut, so richtig kuschelig warm ist es barfuss auf dem Steinboden nicht, aber der Gedanke zählt.
Toll finden wir es auch, wie Tim trotz der stressigen Anfahrt und der vielen Notizzettel das Konzert mit uns meistert, als wäre er immer schon dabei gewesen. Überhaupt macht die Reise mit dem Schlagzeuger und Vibraphonisten sehr viel Spaß. Wir sind entzückt!
Nachdem Konzert darf ich zuerst aus meinem Kleid, da die Herrn so wie so schon alle Hände voll zu tun haben: Das wohlverdiente Bier danach, muss schon sein! Nur der Lord ist noch voll im Einsatz und heute besonders gefragt. Vor seinem Stand hat sich eine riesige Menschenmenge gebildet und so verkauft er schon beim ersten Konzert alle „Letters to a Stranger“ Alben aus.
Natürlich würden wir es nicht wagen, die Stadt zu verlassen, ohne die mittlerweile etablierte Sightseeing Tour mit Mirek und seinen Freunden. Wir gehen diesmal aber nur die kleine Runde durch die Innenstadt. Es ist sehr kalt und auch das Bier wärmt nicht so richtig. Johannes hat sich schon ins Hotel zurückgezogen, da er von einer Erkältung geplagt ist und auch ich spüre bereits die Ansätze einer Verkühlung. Niesend und schniefend folge ich der Truppe unauffällig und freue mich schon sehr darauf bald ins Bett zu kommen.
Holger und der Lord bilden noch die Aftershow-Fraktion in unserem Hotelzimmer, obwohl ich nicht mehr sehr viel davon mitbekomme...

Sonja

   
             
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