Wie viele
von Euch sicherlich bereits aus den vorhergehenden Berichten
wissen, lieben wir die Herausforderung auf unseren Konzertreisen!
Einer solchen Herausforderung stellen wir uns auch an
diesem Freitagmittag, auf der Fahrt nach Prag. Laut
Erfahrungsberichten und MAP24 dürften wir genau
zu Konzertbeginn in der Kirche eintreffen. Kein Problem
also. Theoretisch.
Tim Warweg stellt sich heute ebenfalls einer Herausforderung.
Tapfer gesellt er sich zur PERSEPHONE-Reisetruppe und
wird John an diesem Wochenende an den Percusssions vertreten.
Die erste Hürde ist genommen, wir haben Glück
und sausen ohne Stau an Würzburg vorbei.
Mittagessen, Jause, Tee und Kaffee – wir haben
alles dabei, da der straffe Zeitplan, keine Pausen vorsieht.
Unser Merch.Lord, ist schon in Prag angekommen, aber
auch er kann nur hoffen und warten. Schließlich
meldet sich auch Veranstalter Mirek und erkundigt sich
nach unserem Verbleib.
Mirek hat, das bereits vor der Kirche wartende Publikum,
in ein nahe gelegenes Kaffeehaus geschickt. Schöne
Idee die uns, einen kleinen Zeitpolster verschafft.
Faszinierend finde ich die Tatsache, dass sich niemand
beschwert hat, wenn ich mir das Szenario wo anders vorstelle,
hätte das auch anders für uns und den Veranstalter
ausgehen können. Mit ein Grund, warum wir so gerne
in Prag spielen. Das Publikum ist sehr toll, euphorisch
und begeistert, was die Konzerte auch für uns zu
etwas Besonderem macht.
Mit quietschenden Reifen legen wir uns in die letzte
Kurve und kommen schließlich (fast) pünktlich
in der Kirche an. Entgegen gestürmt kommt uns bereits
der kleine Lord, der sofort seine Kisten schnappt und
in der Kirche positioniert. Auch Mirek packt sofort
mit an und im Nu steht alles am rechten Platz. Ein kurzer
Soundcheck und schon ziehen wir uns in den Backstage-Raum
zurück. Da nur der sehr kleine Raum beheizt ist,
ist auch in diesem Fall Geschicklichkeit gefragt: Die
richtige Reihenfolge beim Umziehen könnte entscheidend
sein! Nachdem auch mein Reifrock sitzt und die männlichen
Bandmitglieder dadurch völlig in die Enge getrieben
sind, machen wir den befreienden Schritt auf die Bühne.
Wir erfreuen uns am zahlreich erschienenen Publikum,
an der tollen Akustik der Kirche und mein persönliches
Highlight ist die Fußbodenheizung. Nun gut, so
richtig kuschelig warm ist es barfuss auf dem Steinboden
nicht, aber der Gedanke zählt.
Toll finden wir es auch, wie Tim trotz der stressigen
Anfahrt und der vielen Notizzettel das Konzert mit uns
meistert, als wäre er immer schon dabei gewesen.
Überhaupt macht die Reise mit dem Schlagzeuger
und Vibraphonisten sehr viel Spaß. Wir sind entzückt!
Nachdem Konzert darf ich zuerst aus meinem Kleid, da
die Herrn so wie so schon alle Hände voll zu tun
haben: Das wohlverdiente Bier danach, muss schon sein!
Nur der Lord ist noch voll im Einsatz und heute besonders
gefragt. Vor seinem Stand hat sich eine riesige Menschenmenge
gebildet und so verkauft er schon beim ersten Konzert
alle „Letters to a Stranger“ Alben aus.
Natürlich würden wir es nicht wagen, die Stadt
zu verlassen, ohne die mittlerweile etablierte Sightseeing
Tour mit Mirek und seinen Freunden. Wir gehen diesmal
aber nur die kleine Runde durch die Innenstadt. Es ist
sehr kalt und auch das Bier wärmt nicht so richtig.
Johannes hat sich schon ins Hotel zurückgezogen,
da er von einer Erkältung geplagt ist und auch
ich spüre bereits die Ansätze einer Verkühlung.
Niesend und schniefend folge ich der Truppe unauffällig
und freue mich schon sehr darauf bald ins Bett zu kommen.
Holger und der Lord bilden noch die Aftershow-Fraktion
in unserem Hotelzimmer, obwohl ich nicht mehr sehr viel
davon mitbekomme...
Sonja