Gegen Mittag
des 19. Mai machte sich eine Gruppe furchtloser Musiker
auf den Weg in das sagenumwobene Gefrees. Noch nie zuvor
hatten sie von dem mysteriösen Ort gehört.
Auf der Fahrt herrschte unsicheres Schweigen (abgesehen
von den Blues Brothers, die munter „Shake A Tail
Feather“ anstimmten) bei den Reisenden. Was mag
dieses Konzert wohl bringen und vor allem, gibt es diesen
Ort überhaupt?! Und tatsächlich: Plötzlich
tauchte vor uns (quasi aus dem Nichts) eine Autobahnausfahrt
auf, die uns nach Gefrees führen sollte. Dank der
guten Beschreibung von BELLA DONNA-Bandoberhaupt Jochen
Schoberth fanden wir auch das Pendragon ohne Schwierigkeiten.
Jochen und seine Mannen
waren bereits beim Soundcheck, als wir (später
als gedacht) ankamen. Sogleich wurden wir von Besitzer
und „Pfarrer, dem die Frauen vertrauen“
– Andy Lang aufs Herzlichste willkommen geheißen.
Nachdem wir Andys Wohnzimmer als Backstageraum umfunktioniert
hatten, war es auch schon für uns an der Zeit,
alles für das Konzert vorzubereiten und uns mit
der Akustik der ehemaligen Scheune vertraut zu machen.
Zugegeben: Es machte sich schon ein Unterschied zwischen
den Räumlichkeiten in Hanau und Prag zum Pendragon
bemerkbar, nichts desto trotz beschlossen wir, unverstärkt
zu spielen, um die intime, gemütliche Atmosphäre,
die schließlich den Charme des Pendragons ausmachen,
zu unterstreichen.
Zuerst betraten Bella Donna die Bühne, während
wir erstmal ein bisschen verschnauften und uns über
Kaffee und Kuchen, den Andy für uns vorbereitet
hatte, hermachten.
Zur späteren Stunde war es auch für uns soweit.
Ein ganz seltsames Gefühl der Nervosität machte
sich bei mir breit: Einerseits war ich recht entspannt,
weil das Pendragon
eine sehr familiäre Atmosphäre schuf, andererseits
wusste ich, dass es schwierig werden würde die
Zuschauer zu fesseln, da die Bühne mitten im Raum
war und das Publikum mehr oder weniger um uns herum
saß.
Die Konzertbesucher nahmen uns sehr herzlich auf und
spendeten kräftigen Beifall. Das Konzert machte
uns sehr viel Spaß, auch wenn der Raum, auf Grund
der Akustik, recht schwer zu „besingen“
war.
Nach dem Konzert ließen wir den Abend noch in
einer kleinen, gemütlichen Runde ausklingen, wobei
wir uns über das heimische Bier erfreuten. Holger
war auch dem ein oder anderen Glas Whisky nicht abgeneigt,
und für mich hatte Andy ein grünes (!) sekthaltiges
Getränk bereitgestellt. Das nenne ich individuelle
Betreuung -)
Schließlich brachte uns Jochen zu unserer Unterkunft.
Das Haus wirkte in der Nacht ziemlich unheimlich und
Jochen wollte auch sofort zu einer Gruselgeschichte
ansetzen, die wir dann aber doch lieber erst nach unserem
Aufenthalt hören wollten...
Wir bezogen unsere Zimmer und fielen alsbald in einen
tiefen Schlaf.
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