Bin supernervös,
als wir ankommen und frage mich, ob wir noch genügend
Zeit haben uns vorzubereiten. Dann fällt mir auf,
daß ich mich um eine Stunde vertan habe und beruhige
mich wieder. Es hat sich ausgezahlt, dass wir schon
am Morgen hier waren, um alles einzurichten. Kommen
sehr schnell voran und haben so noch genügend Zeit,
uns zu sammeln. Johannes stöbert schon wieder in
seinen Büchern. Streber! Der Herr Magister Weiss
kündigt uns an. Finde ich sehr schön, so was.
Das Konzert beginnt. Beinahe hätte ich mich sofort
hingesetzt, dabei bleiben wir doch stehen, bis „Ihre
Göttlichkeit“ vor uns Stellung bezogen hat
– puuh – grad noch mal gut gegangen. Muss
mir so was in Zukunft besser merken. Ich habe das Gefühl,
wir sitzen in einem Papp-Karton, als wir anfangen zu
spielen. Eine große Herausforderung also, die
Akustik hier. Es läuft trotzdem alles gut, auch
der Schweiß. Viele Freunde und Bekannte sind da,
das macht’s nicht einfacher. Trotzdem können
wir eine
gespannte Atmosphäre erzeugen, die dieses Konzert
auch für uns wieder zu einem Erlebnis macht. Am
Ende spielen wir dann noch „Perfect Strangers“
als Zugabe und ich darf wieder „solieren“.
Cooler Song. Cooles Konzert. Danach angeregter Plausch
mit den Gästen, den ich als sehr entspannend empfinde.
Nach dem Zusammenpacken und der Heimreise gibt’s
das dritte Frühstück, und dann ab in die Heia.
Wir sind alle ziemlich hinüber, jedoch nicht in
solch desolatem Zustand, wie ich ihn erwartet hätte.
Okay, die ganze Schlepperei nervt schon ein wenig, aber
dank aller Anwesenden haben wir das immer glatt über
die Bühne bringen können.
Sonntag, 4.12.05
Erstes Frühstück um neun, Siebensachen
packen um halb elf, Abfahrt um elf. Mit dabei: Iris,
unsere nette Gastgeberin, die einige Tage bei uns
verbringen wird. Auch mit dabei: „Kottan ermittelt“,
der uns stets bei der Rückfahrt von Wien nach
Hause begleitet. Könnte mich schepp lachen bei
dem trockenen Humor. Tu ich auch, aber keiner lacht
mit. Hab ich die Pointe falsch verstanden? Gar einen
abartigen Humor? Ein Blick rechts, ein Blick auf die
Rückbank. Das erklärt einiges: alle schlafen
– mal wieder. Und mal wieder ich, der alleinig
wacht und fährt. Naja, ich will’s ja auch
nicht anders. So liefern wir alle wohlbehalten und
wie gewünscht ab, dann neigt sich auch für
mich dieses ereignisreiche Wochenende seinem Ende
entgegen.
Martin