Die grandios erscheinende Idee, über Nacht nach
Leipzig zu fahren, um den Staus auf der Autobahn zu
entgehen, entpuppte sich nach ca. 100km als völlig
idiotisch, da der Schuss komplett nach hinten losging.
Schließlich schafften wir es doch noch, um 01:30
Uhr, im Hotel anzukommen.
Am nächsten Morgen gönnten wir uns ein ausführliches
Mahl, bevor wir unsere Pässe abholten. Danach
ging’s erstmal in die AGRA-Halle, wo wir am
Sonic Seducer-Stand eine Autogrammstunde gaben. Überrascht,
um 12:00 Uhr so viele Fans zu sehen, waren nach kurzer
Zeit unsere Poster vergeben, die anscheinend jedermann
(und jederfrau) haben wollte. Schließlich schlenderten
wir noch etwas an den Ständen vorbei, bevor wir
uns auf ins Schauspielhaus machten.
Es stellte sich als schwierig heraus einen Eingang zu
finden, der geöffnet war. Aber nach einiger Zeit
bekamen wir Zutritt zu einem unglaublichen Gebäude.
Da wir uns zunächst
erneut verliefen – die Gänge dort schauen
erstens alle gleich aus und scheinen zweitens in jede
Richtung zu führen, außer der, die man sucht
– dauerte es noch geraume Zeit, bis wir unsere
Instrumente und den restlichen Kram sicher an die Bühne
brachten. Ein gewaltiges Bild erwartete uns: Eine gigantische
Bühne, von der für den Konzertabend eigentlich
nur ein Drittel zur Verfügung stand und unzählige
Trassen und Vorhänge standen bereit. Wir entschieden
uns für den weißen, den auch die Vorband,
das „Weimarer Orchester“ benutzte, da, auf
das Anraten unseres Lichtmannes Tilmann, die Effekte
besser zur Geltung kämen...
Noch zwei Interviews, dann konnten wir uns für
eine halbe Stunde ausruhen... Naja, ich hab` mich
ausgeruht, während Sonja noch die berühmt-berüchtigten
schwarzen Setlists schrieb und der Rest der Band sich
ein wenig die Beine auf dem Mittelaltermarkt vertrat.
Einzige Ausnahme: Johannes schaffte es, sich auf der
Parkbühne ein Metal-Konzert anzuschauen und wieder
pünktlich zum Konzert zurück zu sein. Und
das in nicht ganz zwei Stunden. Respekt!
Die Umbaupause zu unserem Konzert war gleichzeitig die
erste und einzige Gelegenheit für uns, den Bühnenaufbau
und -sound einzurichten. Danach begann das Konzert:
Der Vorhang öffnete sich und wir bemerkten, dass
die Bühne ja noch viel, viel größer
war als wir dachten, denn durch den Vorhang hatte alles
recht gedrungen ausgesehen. So sonnten wir uns, nach
Überwindung des ersten Schocks – auch dass
so viele Leute gekommen waren überraschte uns –
vor einer weissen Wand auf einer riesigen Bühne
im anfangs blauen Licht und genossen das Konzert. Leider
war der Bühnensound nicht der beste, was uns
zusätzlich Konzentration abverlangte. Trotzdem
lief alles gut und nach einer ereignisreichen Stunde
auf der Bühne – Sonjas Theater-Performance
bei „Reflection“ und Johannes’ „Crazy-Kontrabass-Show“
bei „Black Widow“ seien als kleine Überraschungen,
auch für den Rest der Band, herausgegriffen –
freuten wir uns, mehr oder weniger erschöpft, über
den rauschenden Applaus des Publikums, das uns zudem
mit Standing Ovations belohnte. Noch recht benommen
von den intensiven Gefühlen auf der Bühne
hieß es schon wieder „einpacken“.
Als das vollzogen war genossen wir noch einige gemütliche
gemeinsame Stunden und ließen das Erlebte bei
ein paar Bier Revue passieren.
Die anschließende Rückfahrt erwies sich
als extrem Kraft raubend. Schließlich schafften
wir es doch noch zurück nach Frankfurt, indem
wir alle Stunde den (mittlerweile fast eingeschlafenen)
Fahrer auswechselten.
Alles in Allem ein sehr schönes Erlebnis, das
sich noch lange in unseren Köpfen halten wird.
Martin