Freitag, 01.03.
10.00 Hauptfriedhof Frankfurt, das war unser Treffpunkt,
um gen Kriebstein zu fahren, und während wir
noch zusammen warteten und bei winterlichen Temperaturen
verzweifelt nach Mützen und Handschuhen in den
Taschen kramten mußten wir feststellen, daß
unser Tourname "Winterreise" doch seine
Berechtigung hat.
Nach einer längeren aber doch sehr vergnügten
Fahrt näherten wir uns nun langsam dem Ziel.
Fernab von jeglicher Zivilisation sahen wir sie dann
auch: Die wunderschöne, wirklich sehr beeindruckende
Burg. Da wir auf Grund
einer kleinen Essensrast doch etwas später als
geplant ankamen, galt es nun keine Zeit mehr zu verlieren.
Nachdem alles ausgepackt war, begannen JANUS mit ihrer
Generalprobe, während ich noch überlegte,
wie ich am besten Lilien und Kerzenständer in
dem festlichen Saal platzieren könnte. Auch mit
Persephone probten wir noch einige Stücke: In
Trio-Besetzung starteten wir unseren allerersten "Soundcheck".
Toby am Flügel, Martin am Cello und Gesang -
eine sehr schöne Mischung, wie ich finde......
Die Spannung stieg - sehr nervös fieberte ich
dem ersten Persephone-Konzert entgegen und auch der
sonst so souveräne Toby wurde von Minute zu Minute
bleicher, nur Martin schien noch halbwegs ruhig, zumindest
im Gegensatz zu uns. Mit "Reflection" starteten
wir schließlich und die Winterreise nahm ihren
Lauf......
Das Konzert verlief grundsätzlich recht gut,
von ein paar Texthängern und Verspielern abgesehen,
man möge uns verzeihen........
Was wir auf jeden Fall sehr störend empfanden,
war das Blitzgewitter der Fotografen, dem wir ausgeliefert
waren, da dadurch große Unruhe im Publikum aufkam
und es wirklich schwer fiel sich zu konzentrieren.
Vor "Coming Home", dem letzten Song in unserem
Set, bat Martin schließlich das Fotografieren
einzustellen - eine Wohltat! So nahm unsere Livepremiere
doch noch einen entspannten Ausklang!
Samstag, 02.03.
"Aufmachen Polizei!" Mit diesem lieblichen
Weckruf begann unser Morgen (naja es war schon eher
Mittag). Diese sensible Fürsorge verdanken wir
unserem gemeinsamen Freund Oli Schlemmer, der sich
den Winterreise-Auftakt nicht entgehen lassen wollte
und uns mit Leib und Seele beistand. Er fand es im
Gegensatz zu uns
sehr witzig und brach in der Tür vor Lachen
zusammen, als er Martins "Haarpracht kurz nach
dem Aufstehen" erblickte. Dafür war das
Frühstück umso relaxter. Ganz entspannt
und ungestresst kamen wir am Nachmittag wieder an
der Burg an. Ein zwei Stücke wurden noch geprobt,
Fotos von der Burg gemacht und sich schließlich
auf den Auftritt vorbereitet. Toby und ich waren wieder
ziemlich am Ende und wurden immer schweigsamer.
Die Bitte, die Fotoapparate ruhen zu lassen machte
sich wirklich bezahlt! Die Atmosphäre stimmte
sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Und
es klappte alles Bestens, da wir auch die kleinen
Unklarheiten des Vortages ausmerzen konnten. Alles
in allem ein gelungener Auftakt der Winterreise!
Sonja