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Lothar Weise (Drums
& Orchesterperkussion) |
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Am Freitag den 04.05. fällt
der Startschuss für die Aufnahmen unseres neuen Albums.
Den Beginn macht Lothar Weise. Die Aufnahmen finden diesmal
in Lothars Groovewerkstatt in Oberursel statt. Martin ist
besonders von dem toll klingenden Raum begeistert.
Nach einer Tasse Tee legt der Müsli-Fetischist los und
entlockt seinem Schlagzeug die tollsten Rhythmen und Sounds.
Er stellt sich dem „5/8 Massaker“ (wie er einen
unserer Songs liebevoll betitelt hat) und dem „Besen-Trauma“,
das ihm schlaflose Nächte bereitete und meistert beides
mit Bravour! Martin und ich sind entzückt und freuen
uns auf den nächsten Tag, an dem nur noch ein Song für
Lothar einzuspielen ist. Schade eigentlich…
Für einen etwas rockigeren Song laden wir Bassist Robert
Beyer in die Groovewerkstatt ein, um dem Song das richtige
Feeling zu verleihen. Alles läuft super und wie bereits
am ersten Tag sind wir viel früher als erwartet mit den
Aufnahmen fertig, was wir Lothars akribischer Vorbereitung
und Ideenreichtum zu verdanken haben.
Den angebrochenen Nachmittag lassen wir gemütlich in
gemeinsamer Runde beim Italiener ausklingen. Der perfekte
Auftakt für das neue Album. Wir freuen uns auf mehr...
Und das bekommen wir auch: Am 18.05. spielt Lothar zusätzlich
Pauken, Röhrenglocken und große Trommel für
unsere neue Scheibe ein. Die Aufnahmen dafür finden in
Dr. Hoch`s Konservatorium in Frankfurt statt.
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Tim Warweg (Vibraphon)

Bilder: 1,
2,
3
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Der nächste Musiker
im Bunde ist Tim Warweg, der mit seinem Vibraphon im Gepäck
am 10.05. den Weg in Lothars Groovewerkstatt findet. Tim wird
einen Song einspielen. Doch bis es soweit ist, haben wir mit
einigen Hindernissen zu kämpfen: Zuerst gilt es einen
passenden Parkplatz für Tims Kleinbus zu finden. Glücklicherweise
wird auch prompt einer vor dem Eingang frei, allerdings haben
wir die Größe des Instruments und die Windungen
der Wendeltreppe, die in den Aufnahmeraum führt, etwas
unterschätzt... Nachdem, dank Lothars Mithilfe, auch
diese Hürde genommen ist, haben wir ausgerechnet auch
noch mit technischen Problemen zu kämpfen. Naja, einige
Bionaden und Zigarettenlängen später klappt's auch
mit dem Vibraphonisten…
Auch wenn dieser Tag nicht gerade unter dem besten Stern zu
stehen scheint, spielt Tim den Song hervorragend ein! Das
Warten hat sich in jedem Fall gelohnt!
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Holger Wilhelmi (Cello)
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Das Wochenende steht ganz
im Zeichen der Streicher: Während Martin bereits mit
einem voll bepackten Kleinwagen auf dem Weg in die Groovewerkstatt
ist, nehmen Holger Johannes, drei Celli und ich die U-Bahn.
Doch bereits am Treffpunkt leide ich unter extremer Orientierungslosigkeit
und auch in Oberursel angekommen stelle ich fest, dass plötzlich
irgendwie alles anders aussieht. Ich lasse mir aber nichts
anmerken, von den verzweifelten Blicken auf den Stadtplan
mal abgesehen und schließlich finden wir doch noch den
Weg in die Groovewerkstatt, die nur eine Straße weit
entfernt ist und wo wir bereits von Martin erwartet werden.
Zuerst gibt`s Kaffee und Kekse für alle, schließlich
ist ja Wochenende.
Stimmen, proben, aufnehmen - So verläuft die Session
mit den Herrn der Band, die heute erstmals gemeinsam - und
nicht wie zuvor einzeln - einspielen, während ich die
verantwortungsvolle Aufgabe habe, den „Record Button“
zu drücken. Auch für mich eine Premiere, aber ich
finde wir machen das gut!
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Johannes Kramer (Cello
& Kontrabaß) |
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Am nächsten Tag finden
wir uns erneut im Studio ein und heute ist ein besonderer
Tag: Muttertag! Aus diesem Anlass beginnen wir den Tag wieder
mit Kaffee und den restlichen Keksen... Stimmen, proben, spielen!
Das kennen wir ja bereits. Wir kommen heute sehr flott voran,
da ja noch alle Einstellungen des Vortages bestehen.
Gemütlich ist die Stimmung an diesem ehrwürdigen
Sonntag...
Nachdem alle Celloaufnahmen abgeschlossen sind und Holger
im Bionaden-Rausch wie wild Fotos zu machen beginnt, ist es
für Johannes an der Zeit das Instrument zu wechseln.
Wir machen mit dem Kontrabass weiter. Als letzte Aufnahmen
haben wir uns Johannes` Solo aufgehoben. Darauf haben wir
uns schon sehr gefreut und wir werden nicht enttäuscht.
In gewohnter „Madness“ legt Johannes los und ist
nicht mehr zu bremsen. Selbstkritisch hört der Musik-
und Religionslehrer vereinzelt Aufnahmen an und steigert sich
von Take zu Take. Faszinierend, so ein Muttertag...
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Thomas Vogel (Trompete)

Bilder: 1,
2,
3
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Thomas Vogel ist sozusagen
der „Neue“ auf unserer Platte. Zum ersten Mal
nehmen wir Trompete für einen unserer Songs auf und sind
dementsprechend gespannt.
Am 14.05. bitten wir Thomas für ganze 8 Takte ins Studio.
Pünktlich trifft der sympathische Musiker ein und ist
bereits völlig organisiert und instruiert, als ich, vom
Regen aufgehalten, ebenfalls in der hauseigenen MetalfactoryX
eintrudle.
Gefühlvoll spielt Thomas Vogel die zweistimmige Passage
ein und entlockt seiner Trompete wehmütige Klänge...
Und nach ca. 15 Minuten ist auch schon alles vorbei.
Alle Aufnahmen sind im Kasten und Thomas Vogel geht mit der
kürzesten Studio-Session überhaupt in die Bandgeschichte
ein!
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John Abdelsayed (Percussions)
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Mit Freude begrüßen
wir am 16.05. Percussionist John im Studio. Mit John zusammen
zu arbeiten macht immer sehr viel Spass, da sein Spiel stets
kreativ und inspirierend ist.
Heute hat der Musiker nicht so viele verschiedene oder exotische
Instrumente im Gepäck, da diesmal vielmehr Drums die
Rhythmus-Parts übernehmen, wobei Schlagzeuger Lothar
Weise einen tragenden Teil einnimmt.
John spielt also bei weniger Songs, als zum Beispiel noch
auf der letzten CD. Nichts desto trotz sind seine Trommeln
und Rhythmen prägend für die gesamte Atmosphäre
der Tracks.
In gewohnter Manier gelingt es John völlig in die Musik
einzutauchen und in ihr aufzugehen. Leidenschaftlich geht`s
heute in der Metalfactory zur Sache!
John bringt auch gerne zusätzliche Ideen ein, die, die
Tracks bereichern, dennoch enden auch seine Aufnahmen früher
als erwartet und wir verbringen den restlichen Nachmittag
Tee trinkend im netten Gespräch, während Martin
John, die bereits aufgenommenen Instrumente vorspielt. Besonders
Schlagzeug und Vibraphon finden Anklang bei Herrn Abdelsayed.
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Friedrich Thein (Tonmeister,
Produzent & Aufnahmeleitung Orchester))
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Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode
Unter Leitung von MD Christian Fitzner
Aufnahmeleitung - Friedrich Thein
Der große Moment ist gekommen! Wir
brechen nach Wernigerode auf, um zum ersten Mal Orchester
für unsere CD aufzunehmen. Martin ist natürlich
besonders gespannt und zugleich nervös. Seit Monaten
und Wochen hat er alle Arrangements vorbereitet, ausgearbeitet
und überarbeitet und bereits in wenigen Stunden werden
wir sie zum ersten Mal hören - unsere Lieder gespielt
vom Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode.
Am 20.05. treffen Martin und ich gegen Nachmittag
in Wernigerode ein, wo wir bereits mit Friedrich Thein und
Assistent Lars Reichmann verabredet sind.
Um am nächsten Morgen ungestört und entspannt mit
den Aufnahmen zu beginnen, soll bereits heute alles verkabelt
und mikrofoniert werden.
Zielsicher steuern wir den ursprünglich geplanten Aufnahmeraum
an, aber schon nach betreten des Raumes und einem kurzen Akustik
Check hat der erfahrene Friedrich Thein große Zweifel.
Wie bekommen wir den Raum doch noch zum Klingen? Jetzt heißt
es überlegen... Die Hoffnungen schwinden... Dabei liegt
die Rettung so nah!
Nebenan befindet sich eine Schule, über die wir sowieso
alle Kabel gelegt hätten, der Hauswart ist also bereits
über unsere Ankunft informiert und zeigt sich sehr hilfsbereit
als wir uns spontan entschließen die Aufnahmen umzusiedeln.
Der sehr nette Herr Lang, dem an dieser Stelle noch mal unser
Dank gilt, zeigt uns sogleich die Aula, die sogar über
eine kleine Bühne verfügt, auf der schließlich
die Hörner positioniert werden.
Nun macht auch Friedrich einen zufriedenen Eindruck, und mit
den Worten „der Raum klingt gut, das wird schön“
wird sowohl meine als auch Martins drohende Panikattacke besänftigt.
Zuerst schieben wir alle Tische und Stühle beiseite,
dann beginnt Lars unter Anleitung von Friedrich mit dem Verkabeln
des Raumes. Die Kabel werden aus Friedrichs mobilem Studio,
das sich in einem Truck befindet, der am Schulhof parkt, über
den Hof durch das Fenster des Chemiesaals gelegt. Weiters
stellt Lars alle Mikrofone auf und die Sitzordnung der Musiker
wird bereits festgelegt. Somit ist auch schon das gröbste
für den nächsten Tag getan.
Nach beendeter Arbeit verlassen wir das Schulgelände
in Richtung Hotel, das gleichzeitig eine Pizzeria ist und
lassen den Abend gemütlich im Gastgarten ausklingen.
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MD Christian Fitzner (Dirigent
Philharmonisches Kammerorchester Wernigerode)
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Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode
Unter Leitung von MD Christian Fitzner
Aufnahmeleitung - Friedrich Thein
Nach einem stärkenden Frühstück und einem äußerst
leckeren Kaffee, vom Chef persönlich mit viel Hingabe
und der neuen Kaffeemaschine zubereitet, kann eigentlich nichts
mehr schief gehen... Wir brechen Richtung Schule auf.
Friedrich kontrolliert noch mal alles und langsam finden sich
auch die ersten Musiker auf dem Schulhof ein.
Die Orchestermusiker, die wir zum Teil schon von unserem gemeinsamen
Auftritt im September letzten Jahres kennen, bereiten uns
einen herzlichen Empfang, und so verfliegt auch unsere Nervosität
ein bisschen.
Wir beginnen mit dem ersten Stück, wobei wir hierfür
einen etwas schwungvolleren Song gewählt haben, der hauptsächlich
vom Orchester getragen wird.
Dirigent Christian Fitzner geht voll und ganz in der Sache
auf und spornt seine Truppe zu noch leidenschaftlicherem Spiel
an.
Über eine Kamera im Thein’schen Studiomobil sind
wir mit den Musikern in der Schulaula verbunden und können
so auch optisch alles mitverfolgen. In einer kurzen Pause
kommen die Musiker zum Teil in den Wagen um sich selbst vom
Stand der Dinge zu überzeugen. Konzertmeister Krzysztof
Baranowski lauscht besonders kritisch den ersten Aufnahmen.
Einige Dinge fallen ihm auf, die noch verbesserungswürdig
sind, vor allem was die Interpretation des Stücks betrifft.
Spannend, das alles. Während Martin über den Partituren
sitzt, notiert, radiert und inspiziert, konzentriere ich mich
auf den Ausdruck der einzelnen Takes und assistiere beim Mitschreiben,
was das spätere Schneiden, falls nötig, erleichtern
soll.
Wir kommen gut und planmäßig voran. An dieser Stelle
muss ich festhalten, dass Hören müde macht –
und hungrig.
Die Mittagspausen verbringen wir im nahe gelegenen Café,
den Abend gestalten wir heute gemeinsam mit Regisseur Rainer
Fränzen, dessen Kamera uns und die Musiker den gesamten
Tag begleitet hat, immer auf der Suche nach Making Of-Material,
stets bemüht ein paar Impressionen dieses ereignisreichen
Tages auf Tape zu bannen.
Am nächsten Morgen geht es weiter mit
den Aufnahmen - etliche Songs und Passagen harren noch ihrer
Umsetzung. Nach einiger Zeit können wir uns bereits von
den beiden Hornisten verabschieden, nur noch Streicher-Songs
stehen auf unserem Produktionsplan.
Am Nachmittag erstattet uns Dr. Christian Juranek, dem wir
letztendlich den Kontakt mit dem Orchester zu verdanken haben,
einen Besuch ab, um selbst den ein oder anderen Ton zu erhaschen
und so einen Einblick in das bisher streng geheim gehaltene
Material zu gewinnen. Mehr Zeit zum Plaudern haben wir am
Abend, den wir mit ihm und seiner Frau Kerstin verbringen.
Wie geplant nehmen wir am dritten und letzten
Tag nur noch Songs mit Quartett auf. Es finden sich Krzysztof
Baranowski (Violine), Steffen König (Violine), Gerd Schöne
(Viola) und Hartmut Ruß (Cello) im Aufnahmeraum ein.
Das Quartett gefällt mir persönlich besonders gut.
Mittlerweile haben sich auch die Musiker an unsere Songs und
Stimmungen, sowie an die ein oder andere schräge Harmonie
gewöhnt, weshalb kaum viele Worte nötig sind. Der
Konzertmeister leitet seine Mitmusiker sehr sicher und ruhig
an und gibt die Dynamik vor. Gerd Schöne beginnt einen
Song nur mit seiner Bratsche, was doch recht ungewöhnlich
für die Musiker ist. Normalerweise ist die Bratsche im
Orchester nicht so exponiert. Leicht nervös, was wir
alle sehr sympathisch finden, spielt er darauf los und als
er dabei an die Melodie von „Das Boot“ denkt,
die er zuvor angespielt hat, haben wir den Take, den wir brauchen,
im Kasten.
Am frühen Nachmittag haben wir alle Aufnahmen abgeschlossen.
Alle Mikrofone und Kabel werden in Friedrichs Truck verstaut,
die Daten überspielt. Wir haben es geschafft. Wir haben
tatsächlich Orchester für unser Album aufgenommen!
Dass, das gerade wirklich passiert ist, können Martin
und ich erst zu Hause richtig fassen.
Und so neigen sich sehr arbeitsreiche, tolle Tage dem Ende
zu, die wir noch dazu in sehr netter Gesellschaft verbringen
durften.
An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei allen
Beteiligten bedanken, die diese Aufnahmen in dieser Form für
uns möglich gemacht haben! Danke.
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Robert Beyer (E-Bass)

Bilder: 1,
2,
3
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Wir vermerken den 25.05.2007
als sehr heißen sommerlichen Tag in unserem Studiotagebuch.
Anstatt den Abend irgendwo gemütlich im Freien zu verbringen,
wo die Temperaturen bald erträglich sein werden, finden
wir uns erneut im Studio ein. Heute stehen die E-Bass Aufnahmen
auf dem Tagesplan, für die wir abermals Robert Beyer
gewinnen können. Als Rob im Studio eintrifft ist es bereits
Abend, allerdings noch immer brütend heiß. Der
kleine Studioraum und die elektronischen Geräte tragen
das ihre bei. Nur nicht zuviel bewegen, immer langsam ist
erstmal die Devise, als in aller Ruhe die erste Bionade für
Erfrischung sorgt.
Zwei Songs sind für E-Bass vorgesehen. Eines der beiden
Lieder hat Rob bereits gemeinsam mit Lothar gespielt, weshalb
wir sehr schnell vorankommen. Auch den zweiten, etwas experimentelleren
Song, spielt der Bassist mit dem grünen Daumen sehr zu
unserer Begeisterung ein und geht immer mehr aus sich heraus...
Seine Finger fliegen geradezu über die Saiten, während
die Schweißperlen auf meiner Stirn tanzen. Heiß
sind eben nicht nur Robs Grooves, sondern auch die Außentemperaturen!
Immer noch. Und das im Mai!
Nachdem wir unseren Produktionsplan um ein Häkchen erweitert
haben, heißt es packen. Martin baut mehr oder weniger
das gesamte Studio ab und verstaut alles im Auto. Wir sind
bereit für den morgigen Tag. Auf nach Wien...
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Florian C. Reithner
(Flügel)
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Warum man für Klavieraufnahmen eines Songs für
einen Tag nach Wien fährt - das haben uns viele
Leute gefragt. Nun ja. Es handelt sich bei besagtem
Lied um einen Tango, der ein ebenso leidenschaftliches,
wie extrovertiertes Klavierspiel verlangt. Als mir Martin
seine Ideen für „Mean“ zum ersten Mal
vorspielt, weiß ich: Das Lied ist ein Fall für
Florian C. Reithner.
Flo ist Pianist des „Ensembles Herzbruchstück“,
ein Musiktheater-Projekt um den Kabarettisten und Chansonier
Harald Buresch, dem ich neben Schauspielerin und Sängerin
Saskia Bade, angehöre. Daher kenne ich auch Flo
und weiß um seine Qualitäten am Instrument.
Grund genug für Martin und mich, am 26.05. die
Reise ins schöne Wien anzutreten.
*krrrrrsss*zieeeep*chchrrrrsschhhh*.....„Es
bleibt heiß. Badetemperaturen am Wochenende...“
tönt es aus unserem Radiowecker, der uns zur unchristlichen
Stunde an die bevorstehende Fahrt erinnert und aus dem
Bett holt.
Um Staus und Mittagshitze zu überlisten fahren
wir sehr früh los.
Die ersten Stunden sind noch angenehm, dann wird es
langsam aber sicher doch immer heißer... Die Klavieraufnahmen
finden heute Nachmittag statt. Flo hat einen Flügel
organisiert, den wir für die Aufnahmen nutzen können.
Martin und ich sind bereits in Österreich, als
uns Florian mitteilt, dass der Besitzer des Flügels
plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert werden musste,
was natürlich auch unsere Pläne hinfällig
macht. Doch der Pianist gibt nicht auf und ist bemüht
ein Instrument zu finden, während Martin und ich
Wien immer näher kommen, immer noch ohne zu wissen
wo und ob die Aufnahmen überhaupt stattfinden können.
Schließlich erklärt sich ein netter Pfarrer
bereit uns das Klavier des Gemeindesaals zur Verfügung
zu stellen, ein Kontakt, den Flo in der Eile aufgetan
hat. Zielsicher steuern wir den Gemeindesaal an und
treffen auf Flo.
Und da steht es, das Klavier. Alt und völlig verstimmt,
so dass selbst Jesus, der auf einem großen Kreuz
darüber hängt noch gequälter erscheint,
als die ersten Töne scheppernd erklingen.
Es steht fest, dass wir dieses Instrument nicht für
die Aufnahmen verwenden können. An einem Samstagnachmittag
ist es aber auch schwierig einen Klavierstimmer aufzutreiben,
oder ein anderes Klavier!
Wir überlegen hin und her und gehen im Geiste sämtliche
Kontakte und Adressen durch. Flo bekommt einen Anruf.
Ein Kumpel von ihm. Scherzend erzählt ihm Flo von
unserer verzwickten Lage und erlaubt sich den Spaß
zu fragen, ob er zufällig ein gestimmtes Klavier
bei sich zu Hause herum stehen hat. Die Antwort ist
ja! Allerdings können wir erst morgen aufnehmen,
aber das macht uns nichts aus. Im Gegenteil. Erleichtert
gehen wir in Flos Lieblingskaffeehaus und lassen den
Abend nach der doch recht anstrengenden Fahrt im Garten
eines Heurigenlokals ausklingen.
Ein Klavier! Ein Klavier! Gut klingend und gestimmt,
erfreuen wir uns am Sonntag diesen Anblicks, als wir
bei Flos Bekanntem, der übrigens auch Cellist ist,
eintreffen.
Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Für Flo war
es ein Leichtes den Tango sehr zu unserer Begeisterung
zu spielen. Die Aufnahmen sind schnell im Kasten und
weniger aufwendig als die gesamte Planung.
Ohne viel Zeit zu verlieren packen Martin und ich alles
wieder ins Auto und wollen auf dem schnellsten Weg nach
Hause. Schließlich steht uns eine weite Fahrt
bevor und außerdem muss es ja auch in den nächsten
Tagen im Studio weiter vorangehen.
Kurz vor der Abfahrt werden wir von einer Bewohnerin
des Hauses unliebsam und auf urwienerisch darauf hingewiesen,
dass das Beladen des Autos in der Einfahrt verboten
ist und das bereits seit 30 Jahren! Naja, wenn das so
ist, dann wollen wir es auch für die nächsten
30 Jahre dabei belassen. Das kann uns nun auch nicht
mehr erschüttern. Wir haben was wir wollten: Die
Klavieraufnahmen für unseren Tango.
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Vassliy Dück
(Bajan)

Bilder: 1,
2
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Vassily Dück ist der
letzte Studiomusiker, der für unser neues Album einspielen
wird. Am 13.06. trifft er mit seinem Bajan im Metalfactory
X Studio ein.
Diese Aufnahmen bergen die größten Überraschungen
für uns. Normalerweise gibt es sehr genaue Demos von
unseren Songs, so dass wir bzw. vor allem natürlich die
Musiker bereits ein sehr klares Bild davon bekommen, wie sich
das Lied später anhören wird.
Für das Bajan gibt es aber keine Vorgaben. Vassily Dück
hat bereits auf „Mera Sangeet kho gaya“, den Tanz
auf dem Drahtseil vertont, daher wissen wir, dass Vassily
sich leicht in die Songs von PERSEPHONE einarbeiten kann.
Diesmal soll das Bajan für den Tango zum Einsatz kommen.
Kein Problem für den versierten Musiker, zumal er sogar
in einem Tango Ensemble spielt, wie er uns berichtet.
Vassily hat sich bereits im Vorfeld einige Gedanken zu unserem
Tango gemacht und demonstriert seine Ideen. Nach einer kurzen
Besprechung beginnen wir mit den Aufnahmen.
Martin und ich sind begeistert. Das Bajan verleiht dem Tango
noch mal eine völlig andere Note, die perfekt mit meinem
Gesang harmoniert.
Nach kurzer Zeit verabschieden wir auch Vassily... Nun ist
es an Martin und mir, das Album bis zu unserer Abreise nach
England um die noch fehlenden Aufnahmen zu vervollständigen...
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Martin Höfert
(Cello, Flügel, Fender Rhodes)
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Sicherlich haben sich schon
einige gefragt was eigentlich in den Tagen zwischen den Gastmusikern
passiert ist. Nun können wir dieses Geheimnis lüften:
Martin leitet ja nicht nur die Aufnahmen und macht die Arrangements
für die Band, er greift auch selbst zu diversen Instrumenten,
die ebenfalls aufgenommen werden wollen. Mit der größten
Herausforderung macht Martin auch sogleich den Anfang: Am
19.05 und 20.05. spielt er – außer dem Tango -
alle Klavierstücke ein, die für das Album geplant
sind. Dazu dürfen wir wieder den Flügel von Holgers
Eltern benutzen, die uns netterweise ihr Wohnzimmer, das wir
liebevoll den „Weißen Salon“ nennen, zur
Verfügung stellen, sich selbst aber auch sogleich in
Sicherheit bringen und das Haus fluchtartig verlassen... Schnell
ist der wilhelmische Flügel mikrofoniert und für
die Aufnahmen bereit. Ja, ich darf wieder auf das „Knöpfchen“
drücken, eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, wie ich
finde.
Um mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu Plaudern...
Martin ist bei den Klavieraufnahmen immer die Unglückseligkeit
in menschlicher Gestalt. Man muss dazu sagen, dass sich das
Klavier auch sehr schwer spielen lässt und man sich erst
ein bisschen damit vertraut machen muss, was Martin unter
ständigen verzweifelten Ausrufen auch macht. Wir kommen
trotz aller Verzweiflung des Pianisten sehr gut voran und
vielleicht ist das auch das Geheimnis der sehr traurigen melancholischen
Spielweise, die wir ja für unsere Lieder brauchen. Die
Celloaufnahmen hingegen sind sehr schnell erledigt. Nachdem
wir diesmal einige Tracks gemeinsam mit Holger und Johannes
aufgenommen haben, ist für Martin gar nicht mehr soviel
zu spielen übrig...
Und zu guter letzt fehlen noch die Aufnahmen mit dem Fender
Rhodes, das wir extra für einen Song geliehen haben.
Es ist schon sehr spät, aber Martin möchte die Aufnahmen
unbedingt noch machen. Trotz der vorangeschrittenen Stunde
kommen wir sehr schnell und gut voran. Dabei muss ich erwähnen,
dass Martin die ganze Zeit nur auf diesen Moment gewartet
hat und schon voller Vorfreude und Aufregung war, denn wann
hat man schon die Gelegenheit auf einem Fender Rhodes zu spielen!
Diesen ehrwürdigen Moment muss man auskosten. Und nachdem
diese Aufnahmen beendet sind, bin ich an der Reihe...
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Sonja Kraushofer
(Gesang)
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Wie immer kommt der Gesang
ganz zum Schluss. Das hat den Vorteil, dass ich zu den bereits
echten Instrumenten singen kann, aber auch den Nachteil, dass
ich das Zeitproblem direkt vor Augen habe, denn der Countdown
läuft: Wir haben noch ca. 2 Wochen Zeit bis wir nach
England aufbrechen und bis dahin muss alles fertig werden.
Wir beginnen mit meinen Aufnahmen und kommen anfangs sehr
schnell voran. Schneller als ich es ehrlich gesagt erwartet
habe. Es ist immer noch sehr heiß und die Außentemperaturen,
sowie meine winzige Gesangskabine bringen mich ordentlich
ins Schwitzen. Der Aufnahmeraum besteht nur aus Molton und
Teppich. So erzielen wir zwar den gewünschten Sound,
aber die Hitze wird dadurch nur so angezogen. Schließlich
stellen wir sogar einen Eimer mit Wasser als Luftbefeuchter
in den Aufnahmeraum, das trägt zwar nicht gerade zu romantischer
Stimmung bei, aber es hilft und bewahrt so meinen Hals vor
dem Austrocknen.
Bis in die späten Nachtstunden wird gesungen, denn es
sind nur noch wenige Tage und noch sehr viele Tracks bis nach
England.
Wie immer gibt es Lieder, die überraschend lange dauern
und andere, die überraschend schnell im Kasten sind -
einige Songs, die mich aufmuntern, andere, die mich in die
Verzweiflung treiben. So kann es schon mal vorkommen, dass
ich am nächsten Tag, nachdem ich mir die Aufnahmen mit
etwas Abstand angehört habe, noch mal ganz von vorne
beginne: „Löschen! Weg damit! Ich mach’ das
alles schnell noch mal neu!“ Das ist der Moment in dem
Martin immer ruhiger wird und immer weiter in seinen Stuhl
sinkt. Denn er weiß, dass „schnell“ bei
Gesangsaufnahmen relativ ist, aber zum Glück vertraut
er mir, dass ich in diesem Fall weiß, was ich tue. Der
ganz normale Gesangswahnsinn also.
In den letzten Tagen hat uns dann doch öfter die Kraft
verlassen und die Müdigkeit übermannt. Man darf
auch nicht vergessen, dass wir bereits seit ca. 6-7 Wochen
intensiv und täglich im Studio zu Gange sind.
Langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an, doch noch Songs
in England zu singen, diese Zeit geht uns zwar beim Album-Mix
ab, aber es scheint die vernünftigste Lösung zu
sein.
Bevor wir uns ans Packen machen, gönnen wir uns eine
kleine Auszeit, machen uns einen netten Abend und versuchen
ein bisschen zu entspannen und erstmal nicht an Musik, Studio,
oder die bevorstehende Reise zu denken...
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John A. Rivers
(Produzent)
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Am Montag, den 18.06. heißt
es abermals früh aufstehen. Wir fliegen nach England,
genauer gesagt nach Birmingham, um dann den Zug nach Leamington
Spa zu nehmen.
Im Woodbine St. Recording Studio angekommen, werden wir herzlich
von John begrüßt und ganz wichtig: Bevor`s losgeht
und überhaupt losgehen kann, trinken wir erstmal eine
Tasse Tee.
Danach nehmen wir uns sogleich das erste Lied vor - eins mit
Orchester - das viel zügiger Gestalt annimmt, als wir
dachten. Dass sich die Orchesterparts so schnell und unkompliziert
in den Mix einfügen, verdanken wir abermals Friedrich
Thein, der sich schon im Vorfeld viele Gedanken gemacht hat
und uns bzw. John nun qualitativ aus den Vollen schöpfen
lässt.
John ist aber nicht nur voll lobender Worte für Friedrich,
sondern generell sehr begeistert von unseren neuen Songs...
So begeistert, dass er sogar ab und zu seinen Tee vergisst,
immer bemüht, die Atmosphäre der Lieder im Mix besonders
hervor zu heben. John legt sich wie üblich auch für
meinen Gesang richtig ins Zeug und verbringt ohne Mühe
einen halben Tag, nur um den perfekten Halleffekt zu finden
bzw. zu kreieren. Ab und zu murmelt er dann nur „I`ll
get it, and if it kills me!“ Bei einigen Songpassagen
kann sich John aber auch ein erstauntes „WHAT?!“
nicht verkneifen, was Martin und ich aus John`s Mund besonders
reizend finden.
Ach, es ist schon alles „very British“ hier. Wir
fühlen uns sehr wohl!
Die Lieder, die für mich noch zu singen sind, werden
schnell fertig, und während ich mit John im Studio an
den noch fehlenden Gesangstracks arbeite, verleiht Martin
den Orchesterparts am Notebook in der Küche den letzten
Feinschliff.
Anfangs sind wir besorgt, dass uns diese Zeit beim Mixen fehlen
wird, aber bereits nach zwei Tagen haben wir alles aufgeholt.
Das Wochenende ist sehr entspannend für uns. Zum ersten
Mal nach Wochen können wir lange schlafen und einfach
mal nichts tun. Das regnerische Wetter draußen und eine
heiße Tasse Tee drinnen auf der Couch des „Gelben
Zimmers“, dem Gästebereich des Studios, tragen
das Ihre zur Gemütlichkeit bei.
Und auch in der zweiten Woche kommen wir schnell voran...
Wir haben alle Songs fertig, hören sie immer wieder gegen
und finden vielleicht hier und da doch noch eine Kleinigkeit,
die man verbessern kann...
Am letzten Tag ist eigentlich gar nicht mehr so viel zu tun
und John überreicht uns schließlich die Master-CD
für das Presswerk. Ein feierlicher Moment.
Schon seltsam, die wochenlange Arbeit in Form einer kleinen
Silberscheibe in Händen zu halten...
Wir sind auf jeden Fall sehr erleichtert und stolz, alles
so gut hinbekommen zu haben. Das muss gefeiert werden! - Das
findet auch John und kredenzt Martin und mir sehr leckeren
Rum... die Zeit vergeht wie im Fluge... viel geschlafen haben
wir in dieser Nacht nicht... Nur die Kopfschmerzen am nächsten
Morgen und die CD in meiner Tasche lassen mich glauben, dass
das alles wirklich passiert ist...
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